Am 11. Februar 2026 tritt die französische Holzwirtschaft auf der 9. Auflage der EnerJ-meeting im Carrousel du Louvre als gebündelter Akteur auf. Die UICB (Union des Industries et Constructions en Bois) koordiniert den Gemeinschaftsauftritt, um Holzbau als zentralen Werkstoff für energieeffiziente Gebäudehüllen und CO₂-bindende Tragkonstruktionen zu positionieren.
Die Präsenz auf der EnerJ-meeting – einer reinen Energiewende-Messe für Bau- und Anlagentechnik – unterstreicht die strategische Neuausrichtung der französischen Holzbranche seit Inkrafttreten der RE2020 Holzbau-Pflichten 2026. Die RE2020 schreibt CO₂-Bilanzen für Neubauten vor und bevorzugt nachweislich kohlenstoffspeichernde Baustoffe wie Brettschichtholz, Brettsperrholz (CLT) und Holzrahmenbau-Systeme. Die UICB signalisiert mit dem Messeauftritt, dass Holz nicht nur unter statisch-konstruktiven, sondern auch unter energetischen und regulatorischen Gesichtspunkten die wirtschaftlich optimale Wahl für Bauherren und Generalunternehmen darstellt.
Im Hintergrund stehen aktuelle Förderprogramme wie MaPrimeRénov' Bois 2026, die den Einbau von Holzheizungen und die Sanierung mit Holzdämmsystemen bezuschussen. Die UICB greift diese Förderlandschaft auf, um Architekten und TGA-Planer für integrierte Holzbau-Lösungen zu sensibilisieren – von der Fassadendämmung über tragende Holzrahmen bis hin zu biogenen Innenwandbekleidungen aus Pollmeier-Furnierschichtholz oder Derix-Brettschichtholz.
Der Messeauftritt im Carrousel du Louvre reiht sich in eine Serie von Brancheninitiativen ein: Bereits Ende 2025 hatte die französische Holzbranche fusioniert, um Lieferengpässe zu bekämpfen. Die UICB setzt mit dem EnerJ-Auftritt ein klares Signal an Politik und Großinvestoren: Holzbau ist integraler Bestandteil der Energiewende – und die Branche ist technisch und logistisch bereit, Großprojekte zu stemmen.
Für B2B-Akteure aus Deutschland und Österreich zeigt der Auftritt, dass französische Holzbauverbände zunehmend politisch agieren und Holz als systemisches Klimaschutz-Instrument vermarkten. Hersteller von Holzbau-Komponenten sollten die Entwicklung der französischen Regulierungen und Fördermechanismen beobachten – sie dürften als Blueprint für andere EU-Märkte dienen.

